Freitag, 18. Januar 2013

Meeting the Scheiwe Girls

Auftragsgemaess haben wir uns mit den Scheiwe Sisters getroffen und es ergab sich so, dass das beinahe ein Gespraech in grosser Runde wurde. Beide sind sehr bescheiden und sehr sympathisch. Wir haben zunaechst herzliche Gruesse von Norbert ausgerichtet, sie schienen schon zu wissen, dass er erkrankt und operiert worden war.
Wir haben sie sodann gefragt, wie es ihnen geht und ob sie zufrieden sind. Die aeltere geht inzwischen aufs College , die juengere ist noch auf der Schule. Ihre Berufswuensche sind Bankerin und Krankenschwester. Wir haben erfahren, dass sie in ihrer Wohnung gut zurecht kommen und dass ihre aeltere Schwester sie unterstuetzt.

Lieber Norbert, mit den besten Wuenschen fuer Deine Genesung unterbreche ich hier und ueberlasse Hans den zweiten Teil der Schilderung.

Es war eine Begegnung der besonderen Art! Die Maedchen begruessen nach Hindu-Art: Sie beruehren zuerst den rechten, dann den linken Fuss des Gegenueber und beruehren dann ihre Brust. Eine Geste der Wertschaetzung vor den Aeltern. 
"Mr. Scheiwe ist wie ein Vater zu uns. Nein! Mehr als ein Vater. Unser Vater hat nicht soviel getan wie er." 
Diese Aussage hat mich den ganzen Tag nicht mehr verlassen... Wenn Hilfbereitschaft ein Antlitz bekommt ist sie auch ein Geschenk fuer alle, die daran partizipieren. Danke, Norbert, und alle guten Wuensche fuer Dich. 





Hier noch eine kleine Videobotschaft von den Scheiwe Girls:


Vernetzt

Die Reisegruppe nutzt die vielfaeltigen Moeglichkeiten der neuen Medien.
Hier z.B. die FACEBOOK Seite des Raphaelshaus in Dormagen, dessen Leiter Hans Scholten mit uns ist.

Raphaelshaus Dormagen

FACEBOOK Hans Scholten

Chandill


Tief im Herzen der nordindischen Kohleabbauregion liegt der kleine Ort Chandill Berada. Dort gibt es eine Schule für die Urbevölkerung, die Sandals. Mittlerweile gibt es dort fast 700 Schülerinnen und Schüler. Eine wachsende Schülerzahl, noch dazu aus allen Himmelsrichtungen der Region erfordern besondere logistische Versorgung. Es wurde deshalb zu dem bereits vorhandenen Jungenhostel auch ein Mädchenhostel gebaut. U.A. auch mit Mittel von LUCY. Der Lionsclub in Wertheim hat für 10 Jahre eine Summe gespendet, die jährlich ausgezahlt eine Nachhaltigkeit bietet, wie sie für so eine große und zudem wachsende Shcule nötig ist. LUCY fördert in Chandill mittlerweile 35 Schülerinnen. Neu und völlig unerwartet erfihren wir, das der Wirtschaftsriese TATA eine Stiftung hat und ebenfalls 25 Schülerinnen fördert. Gemessen an den neuen Strassen für die Kohlelaster, den Bau von Hüttenanlagen für die Stahlproduktion und die Umweltverschmutzung in dieser Region sicherlich ein kleines Zeichen der Hoffnung, dass das boomende Indien anfängt, vom Gewinn auch etwas an die ärmsten weiterzugeben. Gemessen an den Umsätzen des Multikonzernes natürlich noch nicht einmal Peanuts….aber immerhin.




Aufbruch nach Ranchi


Wenn morgens früh um 5 Uhr das Taxi auf sich warten läßt, hat das noch nichts zu bedeuten. Wir haben den Flughafen recht pünktlich erreicht. Der Jet Airways Flieger nach Ranchi über Kalkutta war auch pünktlich da, startete jedoch nicht sofort, da sich der Morgennebel – ein Gemisch aus dem Dunst der Morgenkühle und den Abgasen des vergangenen Tages – nur zögerlich verzog.
Da wir in Kalkutta bei pünktlichem Abflug lediglich 30 Minuten zum wechseln des Fluggerätes hatten, ahnten wir bereits schlimmes indisches Ungemach. Es kam wie es kommen mußte: Der Anschlußflug Kalkutta-Ranchi erhob sich in die Lüfte ohne auch nur eine Sekunde Gedanken an die Abwesenheit von 11 gebuchten Europäern zu verschenken.
Aber der nette Herr vom Morgendienst am Jet Airwaysschalter half uns natürlichweiter.
Er war ein Mensch, der keinen Hehl daraus machte, nicht einer unteren Kaste anzugehören. Das konnten wir bei dem Versuch feststellen, neue Tickets für einen Flug nach Ranchi zu bekommen. Eine Frau mit Kleinkind kam an seinen machtbehafteten Schalter und wurde von ihm derart herrisch, arrogant und unverschämt abgewiesen, wie es nur ein Jet Airways Bediensteter gehobener Kastenzugehörigkeit machen, der sich seiner geradezu unendlichen Macht bewußt ist.

Unsere Boardkarten brauchten demnach auch eine gefühlte Ewigkeit, um vom vom Mahahradschas hinter dem Desk ausgedruckt zu werden. Das unsere Koffer auch nach Ranchi sollten, schien er jedenfalls begriffen zu haben, den ein – wie auch anders zu erwarten – ein unterkastiger Laufbursche wurde von ihm beauftragt die neuen Kofferetiketten auf die unseren zu kleben. Erste vermehrte Zweifel, ob er denn dieser verantwortungsvollen Aufgabe auch gewachsen sei, bestätigten sich dann am Abend in Ranchi nicht: Alle Koffer hatten die Reise gut und vollzählig überstanden.
Eigentlich um die Mittagszeit, flogen wir nun erst um 18 Uhr nach Ranchi – mit einer Turboprop Propellermaschine. Dieses Erlebnis und Fluggefühl entschädigte uns dann für dann für den unfreiwilligen halben Tag Aufenthalt in Kalkutta, der Metropole am Ganges…. Die bekamen wir allerdings nicht zu sehen, das der Flughafen  ziemlich ausserhalb liegt.
Nach einer Stunde Flug kamen wir dann im bereits dunklen Ranchi an und wurden herzlich und mit einer Rose von den Sisters empfangen. Allen voran Sister Clarentia, der Schweizer Ordensfrau die bereits seit 1964 in Indien lebt und arbeitet. Zudem begrüßte uns eine alte Freundin: Sister Roseline, die 2 Jahre in Deutschland – Oberrimsingen verbracht hat um als Dolmetscherin die deutsche Sprache zu lernen.
Da es mittlerweile sehr spät geworden war, wurden wir für die Nacht in einem Hotel untergebracht und fuhren nicht noch in den Convent nach Chandill.
Dieses Hotel dünstete in jeder Fuge, jeder Stuck Applikation, dem lichten Innehof und seinem kolonialen Speisesaal die Zeiten aus, die die Engländer vor einiger Zeit nach Inden gebracht hatten.
Nach einem hervorragenden Abenddinner verbrachten wir eine Nacht in ausgestreckter Position, wohlgebettet und sogar mit Flachbildschirm und geschätzten 250 indischen Sendern ausgestatteten Zimmer, ohne auch nur eine Minute das Bedürfnis zu haben, diese Sender zu evaluieren.


Mittwoch, 16. Januar 2013

Ein felsig pelziger Tag

Wenn man durch Indiens Strasse laeuft,faehrt oder schleicht, hat man gelegentlich das Gefuehl sich in einem grossen Tierpark zu befinden.Kuehe weiden auf Abfallflaechen, Hunde streunen in Rudeln durch die Gassen und ueber allem kreist der Adler. Aber und das werden wir im Laufe des Tages noch feststellen, es gibt auch regulaere Zoos.Ueber deren Qualtitaet laesst sich allerdings streiten und ueber den Umgang mit den darin beheimateten Tieren...hmm..lassen wir das. Angeschlossen an den Zoo war ein Wildpark der in erster Linie einem Hochsicherheitsgefaengniss glich um die verschiedenen Grosskatzen und Baeren im Zaum zu halten - landschaftlich war er allerdings sehr schoen eingebetet. Als wir nun also mit unserem vollklimatisierten Bus durch die Gehege geschleust wurden immer auf der Suche nach einem der Insassen sei es jetzt der gemeine Nasenbaer, Loewe oder Tiger begannen wir uns die Zeit mit Bloedeleien zu vertreiben. Und wie es der Zufall wollte war ein pelziges Etwas zu sehen, ein Baer...allerdings so drapiert als waere es ein Fels. Na, ja aus deser Begebenheit heraus enstand dann wie unser Eckhart Knab alias Holy Ecki sagen wuerde der Terminus des "Fels mit Pelz". Um die Begebenheit besser zu veranschaulichen haben wir diese grafisch aufgearbeitet und als Skizze beigefuegt.
Fels mit Pelz
  




Ignecious

Beruehrend war auch das Wiedersehen mit Ignecious und seiner Familie. Vor fast 7 Jahren habe ich die Familie in ihrem Raum in den Notuenterkuenften verabschiedet und konnte sie nun in ihrem blauen Haus im neuen Dorfteil begruessen. Damals hatte ich die Familie im Rahmen meines Voluntariats kennengelernt, bei dem ich drei Monate nach der Tsunamikatastrophe in dem Dorf verbrachte. In Gespraechen mit der Familie erfuhr ich von der Herzerkrankung ihres einzigen Sohnes, die bei Nichtbehandlung zum Tod fuehren wuerde. Der Familie fehlte trotz der harten Arbeit des Vaters das Geld fuer die lebensrettende OP. In Zusammenarbeit mit LUCY e.V. und vielen Spendern meines persoenlichen Umfeldes (u.a. der Rotary-Club Guben) konnte die Summe fuer die Operation gesammelt und mit Unterstuetzung der Holy Cross Sisters uebergeben werden.

Nun konnte ich mich persoenlich von dem Gedeihen von Ignecious ueberzeugen. Die Wiedersehnsfreude war auf beiden Seiten gross, zumal mein Besuch fuer die Familie voellig ueberraschend kam.
Ignecious hat seine Herz-OP sehr gut ueberstanden. Der inzwischen 10jaehrige Junge ist sichtlich gewachsen, auch wenn er nach wie vor untergewichtig ist. Er geht wie seine Schwestern auf die hoehere Schule in der naechstgelegenen Stadt.
All das waere nicht moeglich gewesen, wenn es nicht so viele Spender gegeben haette, die durch ihre finanzielle Unterstuetzung letztendlich die OP moeglich gemacht haben. Vielen Dank!!!



Samstag, 12. Januar 2013

Berührung

Kothenur - Bangalore
Etwas ausserhalb von der pulsierenden Metropole Bangalore liegt das Heim für verlassene Frau der HOLY CROSS Sisters. Hier leben zur Zeit 25 Frauen, die von ihren Familien ausgestossen, allein gelassen, oder auf der Strasse gefunden wurden. Am Ende ihres langen Lebensweges bekommen sie hier die Chance auf einen glücklichen Lebensabend.
Unser Besuch war eine rührende und tief bewegende Begegnung mit den Frauen, die jede für sich dicke Bücher voll mit Geschichten, Schicksalen und Erfahrungen füllen könnte, würde sie denn jemand aufschreiben.

Besonders beeindruckend-berührend war die langsame und dann doch sehr intensive Annäherung an die Frauen, die es sichtlich genossen, von uns besucht zu werden. Berührungen, Hände halten, Umarmungen waren die intensiven Kontakte, die diesen Besuch unvergesslich machen.

In Kothenur trafen wir auch die 2 LUCY Volontärinnen Floris und Laura, die seit Dezember in Indien sind.
Sie fühlen sich sichtlich wohl und werden bald ihre Reise durch Indien von Bangalore aus fortsetzen.